Hi, my name is....?

20:19 ZENDEBA 0 Comments


Man ist verliebt, man ist glücklich und hat vor kurzem einen Heiratsantrag bekommen. Besser kann es nicht laufen! Wir Frauen planen schon zehn Wochen voraus, wir wissen zwar nicht, welches Kleid wir anziehen werden, aber wir wissen, wie die Saaldekoration aussehen wird. Ob man das Ganze alleine, mit Freunden oder mit der Familie plant: Es ist sehr stressig, es macht aber irre viel Spaß. Ich habe meine Hochzeitsfeier selbst geplant und je nachdem habe ich meiner besten Freundin und meiner Schwester Aufgaben übertragen. Früher oder später beschäftigt man sich mit dem "Nachnamen"-Problem: Nehme ich seinen Nachnamen an? Soll er meinen annehmen? Oder soll ich mir einen Doppelnamen zulegen?

Einige werden wie aus der Pistole geschossen sagen: "Ich werde natürlich seinen Nachnamen annehmen!" - Zu diesen Frauen habe ich auch gehört. Für manche Frauen, gibt es nichts Schöneres, als endlich Mrs. XY zu sein. Und da gibt es noch Frauen wie mich, denen das Ganze ganz und gar nicht leicht fällt. Doppelname? Klingt so, als könne man sich weder für das eine, noch das andere entscheiden. Er soll meinen Nachnamen annehmen? Hm, das wirkt komisch und bei einer türkischen/bosnischen Familie kommt das (meist) nicht in Frage. Wieso? Es ist Tradition. Für mich war es auch von Anfang an klar, dass ich seinen Namen annehmen werde. Ich finde es auch wirklich sehr schön, einen gemeinsamen Familiennamen zu haben.

Ich habe sehr oft über einen Doppelnachnamen nachgedacht, aber bei einem Mix aus zwei Sprachen, fand ich, dass das blöd klang. Stellt euch vor, ihr würdet beispielsweise Feldmann-Karabiberogullari heißen...viel Spaß beim Buchstabieren lol. Nichts gegen die Frauen/Männer, die einen Doppelnachnamen haben, nur für mich wäre es nichts. Ich habe mich immer mit dem Gedanken getröstet, dass ich kein Stück Papier brauche, der mich daran erinnert, dass ich eine Bülbül bin.

Kommen wir nun zu seinem Nachnamen: Ich bin froh, dass ich einen Nachnamen habe, der mir gefällt. Aber trotzdem habe ich meinen Mädchennamen geliebt. Dieser Name verbindet mich mit meiner Familie, mit meiner Herkunft. Bülbül bedeutet übringens Nachtigall - noch nie hab ich so viele Komplimente bekommen, wie für meinen Nachnamen. Klingt dumm, ist aber so lol. Ich hatte das Gefühl, dass ich stückweit meine Identität aufgebe. Naja, es ist ja auch so, oder etwa nicht? Ich war jahrelang Elif Bülbül, egal ob in der Schule, beim Arzt, im Studium oder sonstwo. Auf meinen ganzen Blöcken stehen die Initialen EB - überhaupt nicht eingebildet lol. Es fiel mir anfangs wirklich sehr schwer, mich damit abzufinden, mich daran zu gewöhnen. Auch wenn es das Normalste auf der Welt ist, hatte ich auch das Gefühl, meine Familie im Stich gelassen zu haben. Als würde ich den Nachnamen meines Vaters, meines Opas, meines Urgroßvaters nicht mehr haben wollen.

Aber es ist eine Phase, wenn du genauso empfindest wie ich, dann gehörst du wohl auch zu den Leuten, die alles überdramatisieren lol. Aber es ist nicht leicht, seinen Namen, mit den dich die Leute 20-30 Jahre lang angesprochen haben, aufzugeben. Zumindest auf den Papieren.

Warum behält nicht jeder einfach seinen Nachnamen? Das gibt es in einigen Ländern, für mich wäre das aber auch nichts. Wenn ich mir vorstelle, dass mein Papa, meine Geschwister und ich den selben Nachnamen haben und meine Mutter einen komplett anderen, würde ich das ehrlich gesagt blöd finden.
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Dieser Gedanke hat mir dabei geholfen, diese Veränderung etwas positiver zu sehen: Es ist kein neuer Nachname, sondern ein Familienname. Mittlerweile komme ich besser damit klar, man braucht nur etwas Zeit. Die einigen brauchen ein paar Wochen, die einigen mindestens ein Jahr, so wie ich.

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